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Lucia Mense Biographie

Block- und (manchmal auch) Traversflöte

Seit ihrer ersten Berührung mit der Blockflöte ist Lucia Mense von der Direktheit, der Natürlichkeit und der Variabilität des Klanges der Blockflöte fasziniert. Die Nähe zum Gesang in Klangfarbe und sprechender Artikulation, im Verbund mit der Schnelligkeit dieses Instruments sind Ausgangspunkte ihrer Interpretationen.
Die Präsenz der Blockflöte in der Musikgeschichte bis 1800 und in der Gegenwart ermöglicht ihr, sich sowohl im Bereich der Alten als auch der Neuen Musik künstlerisch zu betätigen.

Lucia Mense begann ihr Studium bei Prof. Günther Höller mit Hauptfach Blockflöte an der Musikhochschule in Köln und erhielt dort ein Diplom der Instrumentalpädagogik, die Reifeprüfung und das Konzertexamen. Daneben studierte sie Traversflöte bei Laurence Dean an der Folkwang Hochschule Essen/Duisburg. Das folgende Studium bei Walter van Hauwe am Sweelinck-Konservatorium Amsterdam führte zur intensiven Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik und zum Examen „Uitvoerend Musikus“. Die Musik des Mittelalters und der Renaissance war Schwerpunkt eines einjährigen Studiums an der Civica Scuola di Musica bei Pedro Memelsdorff.

In den Stilen des Barock und der Renaissance zu Hause, wird sie als Solistin zu Alte-Musik-Festivals und renommierten Konzertreihen sowie zur Teilnahme an Kammermusikprojekten, Opern- und Oratorienaufführungen eingeladen. Eigene Projekte führt sie mit dem Cembalisten Alexander Puliaev bzw. dem Lautenisten Sören Leupold durch. 
Konzertreisen führten bisher durch Deutschland, ins europäische Ausland, die Baltischen Staaten, den Balkan, Russland, China und die USA. 
In den letzten Jahren widmet sich Lucia Mense verstärkt der Musik des Mittelalters. Ihre eigenen Nachforschungen setzt sie in ihrem Solo-Programm und in Kammermusikprojekten um. Darüber hinaus gibt sie Kurse zur Interpretation des für Blockflöte relevanten Repertoires und zur Improvisation in mittelalterlichen Stilen. Sie ist Mitglied des Ensembles Ars Choralis Coeln unter der Leitung der Sängerin Maria Jonas. Ars Choralis Coeln setzt sich aus einer Frauenschola und Instrumenten wie Fidel, Flöte, Harfe und Glocken zusammen und hat zum Ziel, den gregorianischen Choral sowie die frühmittelalterliche Musik mit jungen Sängerinnen kontinuierlich zu erarbeiten und zu festigen. Derzeitige Programme präsentieren die Musik von Hildegard von Bingen (u. a. "Ordo Virtutum"), italienische Laude,  das Liederbuch der Anna von Köln und  Musik zu Ehren der Elisabeth von Thüringen. Im Sommer 2007 sind die CDs "Rose van Jhericho" und "Letare Germania", im Jahr 2009 "Hildegard von Bingen: Marienvesper" erschienen.
www.maria-jonas.de/de/arschoraliscoeln, www.maria-jonas.de/de/alaaurea

Im Bereich der modernen Musik ist Lucia Mense daran interessiert, in Grenzbereiche ihres Instruments vorzustoßen. In der Improvisation und in Zusammenarbeit mit Komponisten ist ihr daran gelegen, die Ausdrucksmöglichkeiten der Blockflöte um neue Techniken zu erweitern, dem speziellen Charakter des Instruments gerecht zu werden und interessante Kammermusikbesetzungen zu realisieren.
Dies führte bisher zu zahlreichen Uraufführungen von Kompositionen von jungen und von bereits renommierten Komponist/innen und zur Teilnahme an Festivals wie Blokflute&Electronics im Ijsbreker/Amsterdam, Musikprotokoll im Steirischen Herbst/Graz, Waterford New Music Week/Irland und New Music from Germany in der Villa Aurora/Los Angeles. Lucia Mense war bisher an Portrait-CD´s zur Musik von Klarenz Barlow bzw. Phill Niblock beteiligt, sowie an der Gesamtaufnahme der „Sequenza”-Kompositionen von Luciano Berio durch Mode Records/New York.
Durch die Beschäftigung mit den Möglichkeiten der Live-Elektronik entstand das Solo-Programm „Electronic Counterpoint”: Dieses Programm aus bereits vorhandenen Werken für Blockflöte und Live-Elektronik wird ständig durch neue Kompositionen und Improvisation erweitert. Seit mehreren Jahren realisiert Lucia Mense Projekte mit dem (E-) Gitarristen Seth Josel bzw. mit dem Schlagzeuger Dirk Rothbrust.
Eine weitere außergewöhnliche Besetzung hat das Ensemble Dialog: Musiker aus China, der Schweiz und Deutschland mit Pipa, Blockflöte, Cello und Schlagzeug. Ein Dokumentarfilm einer Konzertreise nach China bei: www.vimeo.com/7591482
Eine ständige Begleiterin und willkommene Gelegenheit zum Experimentieren mit Klängen, Strukturen und Besetzungen ist die Improvisation. Im Jahr 2005 gründete sie zusammen mit Bettina Wenzel/ Stimme und Tiziana Bertoncini/ Geige multimode – Ensemble für experimentelle Musik. Im Koan-Trio spielt sie mit Carter Williams/ Viola d´amore und Chao Ming Tung/ Ghu-Zheng. www.koantrio.info

Lucia Mense war an Rundfunk-Produktionen des WDR, DLR, ORF, Radio Bremen, SWR, HR und Euroradio beteiligt.
Als Dozentin von Kursen zu verschiedenen Themenbereichen der Alten und Neuen Musik wurde sie von Veranstaltern und Musikhochschulen in Deutschland, den Niederlanden, Californien und Nicaragua eingeladen.

Sie ist Mitglied der Gedok, des ifm Initiative Freie Musik und der kgnm Kölner Gesellschaft für Neue Musik

Lucia Mense