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Alte Musik - Blockflöte Pur

Die Komponisten

Georg Ph. Telemann hat das Repertoire für Blockflöte um einige Diamanten bereichert. Er gilt als Meister im Umgang mit barocker Rhetorik und Affektenlehre. In seinen 12 Fantasien gelingt ihm das Kunststück, die wichtigsten musikalischen Gattungen seiner Zeit - vom Concerto über das Rezitativ bis zur Tanz-Suite - für Flöte solo zu komponieren.

La Rosa Infloresce

La rosa infloresce en el mez de mars
i mi alma securese de estar en este mal.
Los biblicos cantan I sufren del amor.
I la passion los mata non miran mi dolor.

Dieses Lied über die Rose, die im März erblüht, erzählt von der Freude, der Leidenschaft und dem Schmerz der Liebe. Es gehört zum weltlichen Liedgut der Sephardim, ursprünglich aus Spanien stammende Juden, die 1492 von dort vertrieben wurden. Ihr Weg führt über Nordafrika in arabische Länder und weiter bis in die Türkei, slawische Länder und Italien. In ihrer Musik finden sich daher sowohl spanische, als auch arabische und slawische Elemente.

Belicha ist eine von acht Estampien aus dem 13./14. Jahrhundert, die in London in einer Handschrift vorliegen. Es handelt sich um improvisierte Tänze, die von den französischen Spielleuten, den Troubadouren, gespielt wurden. Interessant ist der virtuose Umgang mit dem kleinen Tonumfang der damaligen Instrumente. Mehrere Strophen mit unterschiedlichen rhythmischen Motiven enden jeweils mit demselben Refrain.

Giovanni B. Bassano lebte als Komponist und Zinkenist in Venedig. Er galt bald als einer der bekanntesten Instrumentalvirtuosen Venedigs, wovon zahlreiche von ihm verzierte Motetten und Madrigale, bzw. Lehrbücher über die Kunst der musikalische Verzierung Zeugnis geben. Zeitgenossen wie u.a. Giovanni Gabrieli wurden durch Bassano in der Komposition virtuoser Instrumentalwerke beeinflusst.

Jakob van Eyck, von Geburt an blind, war Carillon-Spieler, Blockflötist und Komponist in Utrecht. Zu seinen Tätigkeiten gehörte die öffentliche Improvisation über bekannte Melodien der Zeit, vor allem aus Holland und England. Er veröffentlichte diese Lieder mit Variationen in den Sammlungen Euterpe und Fluyten Lusthof.

Une jeune Fillette

Ma belle si ton ame se sent or´ allumer
De ceste douce flame qui nous force d´aymer.
Allons contans, allons sur la verdure
Allons tandis que dure notre jeune printemps.

„Une jeune Fillette”, auch bekannt als „La Monica”, ist die Lamentation eines jungen Mädchens, dass gezwungen wird, Nonne zu werden. In der Renaissance war es ein populäres Lied, das Komponisten wie Frescobaldi, Selma y Salaverde und Uccellini als Vorlage für Instrumentalvariationen für u. a. Cembalo, Gitarre oder Ensemble diente. Bekannt wurde die Melodie in der heutigen Zeit durch den Film „Die siebte Saite” mit Gerard Dépardieu.

Ofrenda

Why does a splendid landscape,
Or the eyes of a friend, free me
As if I met with God in this world?

Der Mexikaner Mario Lavista schrieb „Ofrenda” zum Tod eines guten Freundes, in Anlehnung an die Tradition der Ureinwohner seiner Heimat, bei der Totenzeremonie einen Klagegesang auf einer Flöte erklingen zu lassen.

Carl Ph. E. Bach, in: Versuch über die wahre Art, das Clavier zu spielen:
Die Gegenstände des Vortrages sind die Stärcke und Schwäche der Töne, ihr Druck, Schnellen, Ziehen, Stossen, Beben, Brechen, Halten, Schleppen und Fortgehen. … Worin aber besteht der gute Vortrag? In nichts anderem als der Fertigkeit, musikalische Gedancken nach ihrem wahren Inhalte und Affect singend oder spielend dem Geh öre empfindlich zu machen.