Tanz- und Volkslieder, Schauspiel- und Opernmusik, Trinklieder und höfische Musik ergaben ein farbiges Gemisch wohltönender Klänge.
(Rheinzeitung, 10.9.2004, Konzert mit Sören Leupold/ Laute)
Alte Musik - Blockflöte & Laute
Lucia Mense und Sören Leupold spielen seit ihrem Studium an der Musikhochschule in Köln als Duo oder in verschiedenen Kammermusikformationen zusammen. Je nach Projekt werden befreundete Musiker zur Mitwirkung eingeladen.
- Lucia Mense - Blockflöten
- Sören Leupold - Laute
A Musicke for the King
Musik am Hofe Charles I., Charles II., Elisabeth I., Jacob II.
Nichts weckt soviel kreative Energie wie das Aufeinandertreffen verschiedener historischer Traditionen. So ist gerade das 17. Jahrhundert in England eine Zeit der Veränderungen und Auseinandersetzungen, aber auch der Koexistenz von Stilen und des fruchtbaren Austauschs zwischen sehr unterschiedlichen musikalischen Sprachen.
Der Hof Charles II hatte aus Frankreich eine ausländische Mode mitgebracht,
die das Protokoll der Feste und höfischen Ballette veränderte.
Englische Musiker hatten die Zeit der Regression meist im republikanischen
Exil auf englischen Landsitzen verbracht und zeigten eine neue Vorliebe für
das Fremdartige und Ländliche in der Musik. Daher rührt der sagenhafte
Erfolg von Playfords Country Dance Tunes. Zeugen der Vergangenheit waren
die Maskentänze, die in bukolischen Farben vom Prunk der Feste an den
Höfen Elisabeth’s I, Heinrich’s XIII und Charles I mit prächtigen
Aufmärschen und allegorischen Tänzen erzählten. In den Melodien
der Antimasques dagegen, den satirischen Intermezzi der musikalischen Singspiele,
singen und tanzen die Hexen, Satyrn, Riesen, Gelehrten und Bettler, die Protagonisten
der Romane von Shakespeare und seinen Zeitgenossen. Unaufhaltsam drangen
auch die Stilmerkmale der italienischen Oper in die englische Musik ein und
existierten neben der ureigenen britischen Polyphonie in Sonaten und Suiten
von u.a. Locke und Purcell, die von unbeugsamen Nationalisten wie den Neo-Elisabethanern
verteidigt wurde.
Aber nicht nur die Vielfalt der Musikstile macht den Reiz der englischen
Kammermusik dieser Zeit aus. Neben ausgeprägter Theatralik und Melancholie
spielt die Improvisation über Melodien (Divisions) und ostinate Bässe
(Grounds), aber auch die fantasievolle, virtuose Verzierungskunst für
alle Instrumente eine herausragende Rolle.
Anonymus (1665/1687)
Tanzlieder aus John Playford’s
Dancing Master
- Spring Garden
- A Frolic
- Love lies a bleeding
- Lady Catherine Ogle, a new dance
- The Godesses
Sopran-, G-Alt-Blockflöten und Theorbe
Johan Schop Lachrime Pavaen
(um 1590-1667)
über “Flow my Teares” von John Dowland
(1563-1626)
Tenorblockflöte und Theorbe
Matthew Locke Suite No. 4
(um 1630-1677)
Pavan – Almand – Courante – Ayre – Sarabande – Jigg – Conclude
thus
Tenorblockflöte und Theorbe
Angelo Notari (1566-1645)
Canzona passaggiata
Sopranblockflöte und Theorbe
Henry Purcell (1659-1695)
A Song in King Arthur: Fairest Isle of Isles Excelling
aus: Orpheus Britannicus
Altblockflöte und Theorbe
Georg Fr. Händel (1685-1759)
Sonate F-Dur
Largo – Allegro – Adagio – Allegro
Altblockflöte und Theorbe
Godfrey Finger (1660-1730)
Ground upon a Base
Altblockflöte und Theorbe
Anonymus (1575-1626)
Court Masques zur Zeit von Charles I und Charles
II
- Giovanni Coperario The First Witches Dance
- The Mountebanks Dance at Grays Inne
- The Standing Masque
- The Second of Sir John Paggingtons
- The Second Witches Dance
Sopran-, Altblockflöte und Theorbe
Anonymus
Tollets Ground
Altblockflöte und Theorbe
(alle Arrangements und Improvisationen von Lucia Mense und Sören Leupold)
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